Mobilität

Burgruine / Burgschenke Rötteln – Eine Anfahrtbeschreibung unter Berücksichtigung von Umwelt und Klimagesichtspunkten

Die Burgruine Rötteln ist ein attraktiver Ort. Schon von weitem verspricht die Lage eine tolle Aussicht über das Land, über die Grenzen hinweg. Also nichts wie hinauf. Aber wie?

Sucht man die Anfahrtsbeschreibung der Gastronomie Burg Rötteln, so wird man nur zu einer Karte geleitet, was in vielen Fällen nicht wirklich ‚zielführend‘ sein dürfte. Es fehlt die Aufschlüsselung nach Mobilitätsart (Auto, Fahrrad, zu Fuß etc.)

Als halbwegs sportlicher Radfahrer habe ich hin und wieder die Herausforderung angenommen, mit dem Fahrrad (ohne E) dorthin zu fahren. Das erfordert neben einiger Kraft auch eine gute Gangschaltung. Meine 14-Gangschaltung bietet da eine ordentliche Übersetzung, wiegt aber auch ca. 2,5 kg. Wie dem auch sei, es gibt sicher einige, die es ohne abzusteigen bis zum Tor schaffen (würden), doch sieht man selten jemanden, der es auch tut.

Es sind ca. 60 Höhenmeter, die zu bewältigen sind, bei einer Steigung von bis zu 16%. Während einer solchen kräftezehrenden Auffahrt hofft man, nicht von einem Kraftfahrzeug überholt zu werden. Spannend ist das schon: riecht man nur etwas, oder bleibt einem der Atem stehen?! Es sind zwar nur wenige Hundert Meter, dann ist es geschafft. Aber eine Abgaswolke, an der man nicht ‚vorbei atmen‘ kann, macht einem schwer zu schaffen. Das Atmen aussetzen geht ja auch nicht bei der Anstrengung. Umso stolzer bzw. froher kann man sich fühlen, wenn man oben ankommt am Parkplatz. Dort finden geordnet ca. 40 PKW Platz, weniger geordnet deutlich mehr. Oberhalb des Parkplatzes, also ohne die asphaltierte Kurve, befindet man sich auf ca. 440 müM. Leider sind nur selten Fahrräder auf dem Parkplatz zu sehen, obwohl ja verlockende Getränke und Speisen im Burg Café in Aussicht stehen.

Mit dem PKW lässt es sich zweifellos bequemer rauffahren. Aber das kann ja eigentlich Menschen mit Behinderungen oder Familien mit kleinen Kindern vorbehalten bleiben. Denn jeder gesparte km mit motorisiertem Vehikel bedeutet Klima- und Umweltschutz und damit bessere Luft, gerade wegen der besagten Steigung. 1-2 Tonnen Fahrzeug müssen ja in den Fällen mit nach oben befördert werden, das entspricht 12-24 Personen im Gewichtsäquivalent.

Damit sich die Ausflügler dieses vorher klar machen, wäre es schön, in einer Anfahrtsbeschreibung auf die Alternativen aufmerksam zu machen. Am beschaulichsten ist der schmale Fußweg, der unten mit einer kleinen Treppe beginnt.

In einem Artikel über das große Projekt zur Burg Rötteln (1) findet sich die Zahl von rund 50.000 gezahlten Eintritten an der Kasse zur Oberburg. Hinzu kommen mindestens noch einmal so viele Spaziergänger, Ausflügler, Café- und Biergartenfreunde, die sich im Bereich der Unterburg tummeln. Geht man von (mindestens) 100.000 Besuchern pro Jahr aus, ergibt sich folgende Rechnung für die damit einhergehende CO2-Emission:

100.000 x 0.7 km ergeben 70.000 km für entsprechende Auffahrten, die zu einem gemittelten Verbrauch von 7 l/100 km zzgl. 40% Mehrverbrauch zur Überwindung gegebenen Steigung bis zu 16% führen, also ca. 11 l/100 km.

Als untere Grenze für die CO2 Emission kann man 140 mg/km ansetzen, wobei 10 Mio g CO2 resultieren, also 10 t CO2. Die Klimawirksamkeit dieser Größenordnung muss letztlich diskutiert werden. Je nach Ergebnis kann man daraus ggf. Aktionen etc. ableiten.

Allerdings sollte daneben auch die akute Beeinträchtigung der Luftqualität berücksichtigt werden, die insbesondere Radfahrer spüren und ihnen Atemnot verschaffen.

Vor diesem Hintergrund muss das ‚große Projekt zur BURG RÖTTELN‘ gesehen werden, das mit einem umfangreichen Kulturprogramm vom 13.-17. November die überregionale Bekanntheit der größten mittelalterlichen Burgruine am Oberrhein steigern soll.

(1) Zettler, Der Sonntag v. 17.03.2019, Titel: Luxusschach am Kachelofen

Autor: Hans-Hermann Baetcke, Lörrach f.d. Klimafreunde Lörrach

 

Hier ein Auszug unserer aktuellen Projekte bzw. Projektideen:

  • Motor abstellen, bitte‘-Schilder vor Schranken aufstellen
  • Einkaufen erleichtern ohne ‚Kofferraum‘; Pilotprojekt mit Handel
  • Lastenfahrrad-Anschaffung und Verleih
  • Flüsterdemo (jährliche Aktion für Stadtradeln und zur Förderung von E-Mobilität
  • Gebrauchsinfo Fortbewegungsmittel in Lörrach (Broschüre)
  • Bürgerbus Brombach Hauingen Teilnahme an workshop in Murg erfolgt
  • KFZ-Zulassungs- bzw. Führerscheinpause als Chance, alternative Mobilität zu erkunden.
  • Merkblatt wurde in verschiedenen Fassungen erstellt. Entscheidung über Einsatz liegt beim Landkreis.